PS2 Review

Time Splitters 3 Future Perfect auf Playstation 2

19.11.2014

Time Splitters Future Perfect ist der dritte Teil der bekannten Time Splitters Serie aus dem Hause Free Radical. In den Time Splitters spielen galt immer die Devise: Erst schießen, dann fragen. Und das ist auch hier so. Das Spiel zeichnet sich durch seine schnelle Action, durch seine gute Grafik, und durch seine flüssige Steuerung aus. Endlich gibt es auch eine einstellbare Stickempfindlichkeit.

Im Storymodus beginnt ihr als Sergeant Cortex, der alle Zeitkristalle hat und damit gerade im Anflug auf den Planeten (wahrscheinlich die Erde) ist. Er wird abgeschossen, und angegriffen. Ihr müsst euch mit befreundeten Soldaten zur Basis durchschlagen. Dort angekommen, werdet ihr entsandt in die Zeit zurück zu reisen um die Erschaffung der Zeitkristalle zu verhindern. Was nun folgt ist eine etwa 6 Stunden lange Kampagne, die euch durch verschiedene Epochen und verschiedene Level führt. Die Level sind sehr liebevoll gestaltet, sehen oftmals großartig aus. Vor allem die ersten Levels haben mich sehr beeindruckt.

Jede Epoche beginnt und endet mit einer kurzen Zwischensequenz. Ihr bekommt einen Begleiter zur Verfügung gestellt, der euch durch die Levels folgt. Dabei haben die Begleiter eigene Intentionen. Auf der Insel - dem ersten Level - will euer Begleiter seine Assistentin retten. Nachdem er das geschafft hat, seht ihr in nicht wieder. Außerdem bleibt er Story-begingt stehen, und ihr müsst allein weiter gehen oder ihr trennt euch komplett.

Je nach Zeitepoche stehen euch unterschiedliche Waffen zur Verfügung. Ihr habt beim Start eines Levels eure Fäuste. Außerdem könnt ihr mit einer Art Psi-Kraft Gegenstände anheben oder zu euch ziehen. Das wird ein oder zweimal in der Geschichte wichtig, aber wird sonst eigentlich kaum genutzt. Maximal um an Gegenstände zu kommen, die außerhalb eures Radius sind. Bei den meisten Levels bekommt ihr am Anfang eine Pistole. Später in den Levels sammelt ihr verschiedene Waffen ein, darunter ist meistens ein Sturmgewehr, manchmal eine Schrotflinte, oder sogar ein Scharfschützengewehr. Die Waffenvielfalt des Spiels ist großartig, auch wenn ihr in den einzelnen Levels nur die wenigsten Waffen wirklich zur Verfügung habt. Es macht aber durchaus Sinn, dass in 1924 keine SciFi-Waffen zur Verfügung stehen.

Das einzige, was mich beim Waffendesign etwas enttäuscht hat - wie fast in jedem anderen Spiel, was SciFi-Waffen hat - sind ebendiese Laser-Waffen. Die meisten der Zukunftswaffen basieren auf Laser. Sie verschießen keine Projektile, verbrauchen aber dennoch offenbar Energie. Außerdem können die Waffen überhitzen, was sehr negativ ist, wenn ihr gerade vor einer Gegnerhorde steht, die ihr schnell ausschaltet müsst. Leider sind die Zukunftswaffen gegen die Zukunftsgegener (Roboter,...) nicht sonderlich wirksam.

Die Gegnervielfalt ist großartig. Es gibt von Epoche zu Epoche unterschiedlich designte Gegner. So gibt es in den historischen Leveln eher männliche Gegner, in den späteren Zukunftsleveln aber auch mehr Frauen. Das Gegnerdesign, also auch, was sie anhaben, wirkt sehr organisch mit der Umgebung. Die Umgebungen - auch später im Spiel wirken sehr eindrucksvoll entworfen. Gerade dadurch, dass euch das Spiel zu unterschiedlichen Zeiten ins Rennen schickt, wird verhindert, dass der Eindruck entsteht eine Umgebung schonmal gesehen zu haben. Leider ist die Gegner-KI nicht sonderlich clever. Außer den ein oder anderen Bildschirmtot bei den Bossgegnern haben die Gegner eigentlich nie die Oberhand gewonnen. Selbst wenn ihr euch quasi ergebt, auf einzelne Gegner zurennt, schaffen die es oft nicht euch einfach umzuhaun.

Im Spiel verteilt befinden sich sowohl Gesundheitspakete, als auch Panzerung. Auch wenn ich oft danach betet habe, dass doch hoffentlich bald ein Gesundheitspaket kommt, haben mich die gewöhnlichen Gegner fast nie geschlagen. Ich habe das Spiel auf Normal - dem zweiten von drei Schwierigkeitsgraden gespielt. Sekundärmissionen gibt es in dem Schwierigkeitsgrad offenbar nicht.

Nachdem ihr die Kampagne geschlagen habt, was euch etwa 6 bis 8 Stunden dauern dürfte, habt ihr noch viele andere Modi zur Auswahl. Der Mehrspielermodus (Splitscreen) ist da nur einer davon. Es gibt einen Arcade-Modus, wo ihr gegen Bots bestimmten Aufgaben schafft zum Beispiel mit einer bestimmten Waffe in einer bestimmten Zeit eine gewisse Anzahl an Gegnern töten. Außerdem gibt es noch eine Latte an Herausforderungen. Jeweils könnt ihr pro Herausforderung eine Bronze, Silber oder Gold-Medaille gewinnen, was nochmal zusätzlich motivieren soll, das Level doch nochmal zu probieren, damit man die Gold-Trophäe gewinnt.

Außerdem gibt es noch einen einfachen Karteneditor, wo ihr aus vorgefertigten Teilen Karten erstellen könnt. Dabei pappt ihr zuerst die Korridore bzw. Umgebungen zusammen, dann könnt ihr noch Objekte und Startpunkte setzen, platziert Waffen, Teleporter, PowerUps, und so weiter. Ihr könnt die Beleuchtungsfarbe (bzw. Farbe des Raumes) setzen, könnt sogar eine Story ringsrum bauen - mitsamt Gegner-KI und Gewinnlogiken. Das ist wirklich cool und lädt dazu ein selbst kreativ zu werden. Es war damals möglich die Karten online mit Freunden zu teilen, allerdings wird EA die Server wahrscheinlich bereits abgeschaltet haben, was sehr schade ist, da Time Splitters sehr auf Mehrspieler ausgerichtet ist.

Die Grafik in Time Splitters Future Perfect ist großartig. Oftmals sieht man kleine Details, wie Reflexionen auf Böden, die Stimmung machen, genau hinzuschauen. NPC-Figuren sind gut modelliert. Die Modelle der Menschen errinnern an frühere Time Splitters-Teile oder an Second Sight. Leider ruckelt das Spiel manchmal recht stark, vor allem dann, wenn viele Partikeleffekte, wie Feuer auf dem Bildschirm sind. Das Leveldesign ist großartig. Das Schneelevel hat mich zum Beispiel stark an das erste Resistance: Fall of Man errinnert. Der Sound ist okay, die deutsche Synchronisation hingegen ist eher schwach. So wurden einige englische Ausdrücke wie "in your face" oder "who is your daddy" komplett ins deutsche übersetzt und klingen jetzt aus dem Kontext gerissen und erstmal sehr ungewöhnlich. Dennoch kann das Spiel problemlos auf Deutsch gespielt und verstanden werden.

Bewertung:
Empfohlen
Empfohlen
Text von 19.11.2014
Fazit:
Time Splitters Future Perfect ist ein großartiges Spiel, mit guter Optik, liebevoll designten Umgebungen und dem Versuch eine Geschichte zu erzählen. Die erzählte Geschichte ist es zwar etwas flach, allerdings findet sie auf einer Ebene mit anderen Shootern wieder. Ich finde den Story-Modus sehr gut, er hat mir viel Spaß gemacht. Gerade die butterweiche Steuerung und die nette Geschichte mit all den Augenzwinker-Momenten oder den Momenten, wo man halt doch mal, aufgrund von einem Charakter lacht, haben es mir angetan. Time Splitters Future Perfect ist sicherlich nicht perfekt, aber wer ein Spiel mit Stunden und Stunden an Inhalt sucht, der wird hiermit sicherlich fündig und kann bedenkenlos zugreifen, zumal das Spiel recht billig für PS2 zu haben ist. Einen Abzug gibt es nur für die schwache Übersetzung und die teilweise recht herben Ruckler.