PS3 Review

Death Spank auf Ps3

07.05.2016

In Death Spank nehmt ihr die Rolle des gleichnamigen Superhelden und Rächer des Bösen ein, der im Laufe des Spiels das Artefakt erhalten will. Das Artefakt ist ein Objekt mit unvorstellbarer Macht. Den Rest der anfänglichen Geschichte habe ich quasi vergessen.

Der Superheld wird in die Spielwelt hineingebeamt und ihr lernt in seiner Rolle die Spielwelt kennen. Außerdem wird euch erklärt, wie ihr das Spiel spielt. Das passiert mit Texteinblendungen, die an bestimmten Stellen eingeblendet werden. So erlernt ihr die Grundmechaniken des Spiels in den ersten paar Spielstunden. Die Welt von Death Spank befindet sich auf einer Art Walze. Die Kamera ist immer gleich ausgerichtet, kann sich also niemals drehen. Das macht auch durchaus Sinn, da einige der Szenerieobjekte, wie Häuser und Menschen eigentlich 2D-Sprites sind, oder so dargestellt werden, die sich auf der 3D-Walze befinden. Geht ihr nach oben, werden die Teile der Welt einfach reingedreht, ich finde das ist eine sehr nette Idee die Sichtweite zu begrenzen, dennoch kommt es vor, dass sich Gegner in Luft auflösen.

Death Spank ist eine Art Rollenspiel. Ihr erhaltet für das Erledigen von Gegnern und Quests Erfahrungspunkte, die ihr nur in Form der blauen Leiste am unteren Bildschirmrand erahnen könnt. Füllt ihr die Leiste komplett steigt ihr im Level auf. Ich bin bis Level 19 gekommen, und hatte damit eigentlich keine Probleme das Spiel zu beenden. Je weiter ihr aufsteigt, umso länger braucht ihr natürlich um wieder aufzusteigen, einerseits weil ihr mehr Erfahrungspunkte benötigt, andererseits weil euch weniger Gegner überhaupt Erfahrungspunkte geben, die wirklich schwachen Gegner bringen euch bspw. gar nichts mehr. Beim Aufstieg könnt ihr euch eine der drei angebotenen Verbesserungskarten auswählen, z.B. dass eure Nah- oder Fernkampfangriffe 10% stärker werden, oder dass ihr mehr Geld bekommt. Es gibt 6 Kategorien dieser Karten, jede Kategorie füllt ihr von vorne auf, dh. ihr könnt keine Karten überspringen und es gibt keine Alternativkarten. Wollt ihr länger blocken können, müsst ihr erst die 10%, dann die 15% Karte nehmen, etc.

Das Besondere am Spiel ist, wie ich finde, das Inventarsystem. Einerseits sammelt Death Spank allerlei Zeug in seinem Inventar. Darunter bspw. Rüstungen, also Helm, Handschuhe, Brustpanzer, etc, aber auch Waffen, Tränke, Essen, um eure Energie wiederherzustellen, oder andere Buffs und Munition für eure Armbrust. Für erfüllte Quests erhaltet ihr neben Geld und Erfahrung auch ab und an Items, wie Rüstungen und Waffen, aber auch Schlüssel für bestimmte Tore und Truhen. Death Spank kann vier Waffen gleichzeitig benutzen, die ihr ihm auf die Knöpfe Kreis, Dreieck, Viereck und X legen könnt. Damit könnt ihr dann durch die Spielwelt laufen und Gegner verprügeln und weiter Erfahrungspunkte scheffeln. Es gibt auch die Funktion bessere Waffen und Ausrüstungen immer sofort anzulegen, wenn ihr sie erhaltet, allerdings gilt das nur für ähnliche Waffen. D.h. habt ihr ein Schwert in der Hand, wird das Schwert nur durch ein anderes besseres ersetzt.

Es gibt Schwerter, Armbrüste aber auch Streitkolben oder überdimensionierte Fäuste. Diese verteilten erst mal nur physischen Schaden, später kommen aber auch noch Elementeffekte wie Feuer, Natur, Untot oder Eis hinzu. Dann müsst ihr selbst schauen, welche Waffe ihr geraden einsetzen wollt, und ob diese Waffe gegen die aktuellen Feinde überhaupt brauchbar ist. Bspw. müssen Geister mit einem speziellen Schwert erledigt werden. Leider gibt es keine Vergleichsfunktion von Waffen und Ausrüstungsteilen im Inventar, also müsst ihr jedes Teil händisch vergleichen oder ausrüsten und wieder abrüsten, um zu sehen ob das neue Teil besser ist als das alte. Das ist etwas umständlich. Ebenso umständlich ist es Inventarobjekte wieder loszuwerden. So habt ihr unten rechts im Inventar einen Grinder, der eure Ausrüstung zu Geld verarbeiten kann. Dabei variiert der Geldbetrag von mal zu mal. Jedes Objekt, was ihr los werden wollt, müsst ihr zu dem Grinder bewegen, was unglaublich nervig sein kann. Das finde ich etwas schade, ein Hotkey hätte es da auch getan.

An Tränken gibt es den Genesungstrank, der euch sofort eine bestimmte Anzahl an Lebenspunkten zurückgibt, aber auch Buffs für Verteidigung und Geschwindigkeit. Außerdem kann mit einem Trank eure Chance auf kritische Treffer erhöht werden oder ihr könnt einen Stealth-Trank einwerfen, der euch für Gegner schwerer zu sehen macht. Dennoch solltet ihr nicht zu nahe an den Feinden entlanglaufen, weil die euch trotzdem verprügeln können. Energie erhaltet ihr einerseits durch Tränke, von denen ihr aber (je Stufe) nur fünf tragen könnt, also nur fünf vom kleinsten Lebenstrank, fünf vom nächst größeren, usw. Außerdem erhaltet ihr Energie durch Essen, allerdings benötigt das einige Zeit, in der ihr nicht gestört werden solltet. Zum Einen solltet ihr nicht von Feinden verprügelt oder beschossen werden, weil Death Spank dann sofort das Essen abbricht, und ihr solltet außer Laufen auch nichts nebenbei machen. Ihr erhaltet pro Sekunde einen Anteil der versprochenen Lebenspunktzahl zurück.

In hektischen Situationen kann das dennoch zum Tod führen, weil ihr nicht schnell genug an Lebenspunkte kommt. Dann werdet ihr am letzten aktivierten Toilettenhäuschen wiederbelebt. Toilettenhäuschen sind in Death Spank einerseits Kontrollpunkte, andererseits aber könnt ihr euch zwischen Toilettenhäuschen hin- und her teleportieren, wenn ihr den Teil der Welt bereits besucht habt. Die Spielwelt ist sehr groß, leider etwas uninspiriert gestaltet. Auf der einen Seite habt ihr zwar viele halbwegs interessante und abwechslungsreiche Orte, aber dann gibt es auch viele Orte, die sich ähneln, viel zu lang gezogen sind oder einfach viel zu ähnlich sind oder klingen. Bspw. habe ich einige Zeit im Haunted Forest nach einem Questobjekt gesucht, was ich hätte eigentlich im Enchanted Forest suchen sollen.

Death Spank ist komplett auf Englisch, eine deutsche Übersetzung gibt es nicht. Wenn ihr das Spiel also spielen wollt, solltet ihr unbedingt Englisch können, nicht nur um die Quests verstehen zu können, sondern auch um den Humor des Spiels verstehen zu können. Fast nichts ergibt einen Sinn in Death Spank, der Held selbst liebt es sich selbst vorzustellen, aber auch verschiedene andere Sachen laden zum Schmunzeln ein. Bspw. wird der Spieler aufgefordert "beat the crap out of these buggers", also wörtlich die Scheiße aus den Viehchern rauszuschlagen, was ihr dann auch mit einem extra Poop-Hammer brav tut, und den Stuhl eurem Questgeber mitbringt.

Quests gibt es von Leuten mit Fragezeichen über dem Kopf. Es gibt über 100 Quests in dem rund zehn bis elf Stunden langem Spiel. Einige davon sind recht trivial, bspw. müsst ihr für den Talking Tree bestimmte Objekte holen, die in der näheren Umgebung liegen. Das ist weder anspruchsvoll noch wirklich spannend, bringt aber immerhin Erfahrungspunkte. Dann gibt es aber auch Quests, die euch sehr lange beschäftigen werden, bspw. wenn ihr bestimmte Umgebungen suchen müsst um Questobjekte zu holen oder ähnliches. Nicht alle Quests sind Pflicht, es gibt auch genügend Quests, die als Seitenmissionen deklariert sind, die ihr also nicht machen müsst.

Nach den ersten paar Stunden habt ihr endlich das Artefakt in der Hand. Dann geht das Spiel aber erst so richtig los, denn ihr werdet überfallen von Schergen des bösen Lord von Prong, die euch das Artefakt wieder abnehmen. Außerdem klauen die euch eure Ausrüstung und nehmen auch Waisenkinder mit und verteilen die in der Spielwelt. Es ist nun an euch zunächst eure Ausrüstung wiederzufinden bzw. ein Schwert zu bekommen um die fiesen Oger zu erledigen die euch daran hindern. Dann müsst ihr die Waisenkinder retten, die auf eure Hilfe angewiesen sind und in Käfigen eingesperrt auf euch warten.

Als Gegner stehen euch Oger, Gnome, Einhörner, Killerpflanzen, Dämonen und anderes Fabelgetier gegenüber. Die Gegnerauswahl ist recht immens, auf zehn Stunden Spielzeit allerdings ist das ständige auf Gegner-eingedresche doch recht eintönig. Springen oder Ausweichen kann Death Spank nicht, dafür kann er blocken. Ich hätte mir dennoch gewünscht, dass der irgendwas auflockerndes macht, und nicht ständig das gleiche. Magie wäre nett gewesen, oder eine Art von sinnvoller Fernkampfwaffe. Das Justice-Meter am unteren Bildschirmrand (das lila Biest-Ding), ermöglicht euch das Ausführen von besonderen Angriffen. Leider lässt Death Spank die quasi automatisch vom Stapel, eine taktische Komponente entfällt damit komplett.

Grafisch ist Death Spank meiner Meinung nach sehr schwach. Die Texturen sind kaum der Rede wert, wirken matschig und eintönig, die Charakter und Szeneriesprites sind ganz ok und etwas verrückt, als hübsch würde ich die aber nicht bezeichnen. Die Spielwelt macht dafür einen quasi konsistenten Eindruck. Der Soundtrack ist gut und die englische Synchronisation klingt recht organisch. Leider ruckelt das Spiel teilweise noch recht stark, was dem Spielgefühl zusätzlichen Schaden zufügt.

Bewertung:
Empfohlen
Empfohlen
Text von 07.05.2016
Fazit:
Death Spank macht eine Menge Spaß. Das Rollenspiel-Prinzip des Spiels ist gut umgesetzt und die offene Welt lädt zum Entdecken ein. Es gibt viele Orte zu erkunden und zu entdecken, es gibt viele Waffen und Ausrüstungsteile zu finden und insgesamt macht das Erfüllen von mehr oder weniger anspruchsvollen Quests durchaus Spaß. Das Spiel ist gut spielbar. Death Spank sticht durch seinen Witz und Grafikstil aus der Masse heraus. Außerdem ist das Spiel mit einem Preispunkt von etwa 15 € recht günstig gewesen aber für ein so altes Spiel heute doch etwas teuer. Ihr erhaltet dafür etwa zehn bis elf Stunden Spielzeit, die gegen Ende etwas eintönig werden, weil ihr ständig auf den gleichen Monstern rumkloppt und ähnliche Quests erfüllt.