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Was von der Wii übrig bleiben sollte

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Nintendos weise, später schwarze, Konsole, die den Gamecube sehr erfolgreich sogar abgelöst hat. Nach dem Gamecube, der sich eher schwach verkauft hat, entwickelte Nintendo unter dem Codenamen Revolution die Wii eigentlich als Erweiterung für den Gamecube, entschied sich dann aber dazu die Konsole alleinstehend zu verkaufen. Sie wurde zum vollen Erfolg, weil quasi jeder, der irgendwas mit Videospielen zu tun haben wollte, eine Wii gekauft hat. Die Konsole war ja auch sehr kompetent darin Bewegungen zu erkennen.

Die Controller, also die eher längliche Wii-Remote und das Nunchuk, waren sowohl mit Beschleunigungssensoren ausgestattet, die eure Bewegungen wahrnehmen konnten, und mit einer Infrarot-Kamera, die die Position der Sensorleiste erkannt hat, und somit konnte die Wii berechnen wo sich der Mauszeiger gerade auf dem Bildschirm befinden sollte. Dabei zeigt ihr nicht direkt auf den Display, sondern eigentlich setzt die Wii unabhängig davon, wohin ihr auf dem TV genau zeigt den Zeiger dort, wo sie glaubt, dass ihr hin zeigt. D.h. die Positionen entsprechen sich nicht 1:1. Das stört aber recht wenig, weil es ausreicht, wenn ihr einschätzen könnt, mit welcher Bewegung ihr euren Zeiger verschieben könnt.



Diese beiden Fähigkeiten, also Bewegungen durch Beschleunigung zu spüren und Zeigerpositionen durch die Sensorleiste zu erfahren, sind das eigentlich besondere am weisen Kasten von Nintendo. Die Auflösung von 576i bzw. bei den meisten Spielen 480p mit dem richtigen Kabel lockte damals niemanden mehr hinter dem Ofen hervor, vor allem dann nicht, wenn als die PS3 und die Xbox 360 erschienen sind, die beide bei vielen Spielen 720p nativ ausgeben konnten. Grafisch konnte die Wii also wenig punkten.

Dafür gefiel den meisten Spielern die intuitive Steuerung der Wii. Gib einer Autofahrerin einen Controller in die Hand und sie muss neu lernen, wie man damit Auto fahren soll. Gib ihr ein Plastelenkrad mit einer Remote drin in die Hand und schon gehts. Die Autofahrerin kennt das Lenken mit dem Lenkrad bereits und kann somit auf der Wii direkt losspielen. Die Konsole war hervorragend dafür geeignet Casual-Spiele umzusetzen, weil die Steuerung sehr intuitiv gestaltet werden konnte. Meistens kamen die Spiele von der Tiefe her nicht über ein einfaches Wii-Remote schütteln oder anders bewegen nicht hinaus.

Andererseits hat die Wii auch großartige Shooter. Beispielsweise das WiiMake von Goldeneye 007 oder The Conduit. Die Steuerung funktioniert dort mit dem Nunchuk für die Bewegungen des Charakters und mit der Remote, mit der ihr auf den Bildschirm zeigt. Der Zeiger ist euer Fadekreuz. Zeigt ihr weit an den Rand des Displays, dreht sich euer Charakter. Spiele, die sich dem anpassen sind richtig gut, d.h. Spiele, die langsam genug sind, um auch mal Fehler der Technik zu tolieren, d.h. zeigt ihr so weit nach links oder rechts, dass die Sensorleiste nicht mehr vom Controller erkannt wird, dreht sich euer Charakter nicht mehr. Das kann bei schnelleren Spielen wie beispielsweise den Call of Duty-Portierungen schon tödlich sein.

Neben den vielen Minispielsammlungen, die sich vor allem an jüngere Spielerinnen und Casual-Gamer richten, punktet die Wii eigentlich auch bei Spielen, die am PC eine Maus brauchen. Auch hier muss allerdings das Interface entsprechend gestaltet sein, um die leicht unpräzise Erkennung zu korrigieren, d.h. Buttons müssen groß genug sein, dass ihr sie auch trefft. Anno: Erschaffe eine neue Welt ist ein Vertreter dieser Gruppe. Ihr spielt das Strategiespiel quasi wie die großen Teile. Wenn auch das Spielprinzip etwas vereinfacht wurde, um auf dem TV problemlos spielbar zu sein, macht das Spiel immer noch eine Menge Spaß und lässt von den eigentlichen anderen Serienteilen noch genüg übrig, um ein sehr kompetenter Eintrag in die Anno-Spieleserie zu sein.

Es scheint, dass die Wii einiges genau richtig macht, sodass Casual-Gamer mit der Konsole und den (guten) Spielen gut klar kommen. Allerdings fand die Konsole bei den Hardcore-Gamerinnen keinen großen Anklang. Die Steuerung ist zu unpräzise und teilweise zu langsam, die Grafik nicht toll genug. Dafür haben die Spiele richtig Spaß gemacht. Super Mario Galaxy bspw. macht richtig Spaß, und das Spiel ist ein großes Mario. Ihr merkt keine Einschränkungen, weil das Spiel für die Wii entwickelt wurde. Auch sieht das Spiel richtig gut aus und kann fast schon (außer bei der Auflösung) mit einigen HD-Titel aufräumen.

Wenn es dazu kommt, was von der Wii in der Gaming-Welt übrig bleiben sollte ist für mich klar: Die Zeigersteuerung. Nicht nur ist es intuitiv mit der Remote auf das Display zu zeigen um Gegner abzuschießen, sondern es erlaubt auch schneller zu zielen als auf einem Controller. Zwar geht etwas Präzision flöten und wenn ihr euch drehen müsst, kann das manchmal etwas desorientierend sein, aber wenn ihr einmal die Einstellung gefunden habt, die euch passt, gibt es nicht natürlicheres. Weiter kann die Zeigersteuerung dafür benutzt werden größere Strategiespiele auf Konsolen zu spielen. Wie wäre es mit Command and Conquer? Ja, das gibts bereits auf Konsole, würde aber durch die Zeigersteuerung sehr profitieren.

Wenn die Beschleunigungssensoren noch verbessert werden, also dass die Bewegungen genauer erkannt und die Beschleunigungen genauer und richtiger gespürt werden, bietet sich gerade das für VR-Spiele und Programme an, für die TV-Gaming-Welt sehe ich das aber weniger kommen.

Eine Sache, die auch die Wii angefangen hatte, waren die Lautsprecher im Controller. Ladet ihr nach, spielen die meisten Spiele den Sound im Controller ab. Dieses Feature hat überlebt in der PS4, die die gleiche Funktionalität aufweist. Auch hier ist ein Lautsprecher im Controller. Die PS4 hat sich zusätzlich dazu noch das Touchpad aus der Ouya abgeschaut und in den Controller integriert. Beide Funktionen werden kaum sinnvoll benutzt, so scheint mir. Auch der Lautsprecher in der Wii nervt schnell, vor allem dann, wenn ihr eigentlich gerade leise spielen wollt, und dann hupt euer Controller vor sich hin. Da fühle ich mich doch fast an die VMUs vom Dreamcast erinnert.

Die Wii wurde seinerseits sehr oft als Casual-Konsole dargestellt und nur selten wurden Hardcore-Gamerinnen bedient. Das stimmt so eigentlich nicht. Klar, die Wii hat eine Menge an Minispielsammlungen und genügend Spiele, die tatsächlich sehr weit im Casual-Bereich angesiedelt sind, allerdings hat die Wii auch genügend Shooter und ähnliche Spiele, die später auf andere Konsolen übernommen wurden. Die Steuerung wurde auf die Zeigersteuerung der Wii angepasst aber ansonsten sind die Spiele größtenteils identisch. Auch Strategiespiele funktionieren wie am PC, quasi wie keine andere Konsole das konnte. Deshalb denke ich, die Zeigersteuerung sollte unbedingt in neue Konsolen übernommen werden. Eine verbesserte Bewegungssteuerung macht für VR-Games aber deutlich mehr Sinn, weil ihr ja nicht wisst wohin ihr eigentlich zeigt, wenn ihr die Brille aufhabt.

Bildquellen:
[1] PCgames.de

Written by naums on 27.12.2016

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