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Sexismus in Videospielen

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Die Debatte ist entfacht. Feministen behaupten, dass in Videospielen Frauen eher als Sexobjekt dargestellt werden, und Männer die Helden sind. Doch stimmt das? Und wo könnten die Ursachsen liegen?

Werden Frauen übermäßig oft als Sexobjekte dargestellt? Die Antwort ist ganz einfach: JA! Schauen wir uns Spiele wie Super Mario Bros. an, wo Prinzessin Peach sich immer wieder von Bowser gefangen wird, und von Mario gerettet werden muss. Nehmen wir Spiele wie Rainbow Six Siege, wo die Geisel eine Frau ist, und hilflos nach Hilfe ruft. Nehmen wir Spiele wie Resident Evil 4, wo ihr die Präsidententochter aus den Fängen der bösen Los Illuminatos befreien müsst. Nehmen wir GTA V, wo die fast die einzige Interaktion mit Frauen darin besteht, sie im Nachtclub anzusehen oder anzufassen; oder sie werden mit Trevor im Akt gezeigt. Nehmen wir Tomb Raider, was es zu großem Erfolg gebracht hat, gerade wegen der übergroßen Oberweite von Lara Croft - dann in späteren Teilen zum Glück etwas geschrumpft wurde.

Männer sind allzu oft die Helden, die Frauen, die nach Hilfe rufen, retten. Auch das ist in den meisten oben genannten Spielen so. Wie oft spielt ihr in Videospielen einen Mann und wie oft eine Frau? Wie oft habt ihr überhaupt die Wahl, welches Geschlecht ihr spielen wollt? Mir persönlich ist es völlig egal, ob ich einen Mann oder eine Frau spiele - mir persönlich ist es auch egal, wer gerettet wird. Aber ich verstehe die Empörung der Frauen, da sie nur allzu oft als Opfer dargestellt werden. Spieleentwickler - übrigens genauso wie Filmregiseure - sollten viel öfter auch Frauen als Hauptrolle zulassen, die Probleme löst, die Menschen rettet, ohne dass diese Frau direkt als Kampfemanze gesehen wird. Lasst uns bitte Frauen das Gefühl geben, dass sie mehr können als nach Hilfe rufen; dass sie sich selbst helfen können; dass sie die Probleme, die auf sie zukommen meistern.

Warum werden denn Frauen, wenn sie eine Hauptrolle bekommen, in kurzen Hosen, im Rock und im hautengen Lederanzug dargestellt? Natürlich, weil sich das auf den Covers gut macht, weil dann viele Männer zu genau diesem Spiel greifen. Wir sollten unbedingt damit aufhören Frauen als Sexobjekte in Videospielen und Filmen zu verkaufen und anfangen darüber nachzudenken welche Charaktere man in welcher Rolle zeigt. Natürlich dürfen Frauen auch mal das Opfer sein, aber es ist doch bedenklich, dass überdurchschnittlich viele Spiele genau das zeigen. Es ist doch bedenklich, dass überdurchschnittlich viele Spiele Männer als Hauptcharaktere haben, und Frauen maximal nebenbei gehen und nerven. Nicht nur Männer sind Piraten. Nicht nur Männer sind Polizeileute. Nicht nur Männer sind Soldaten. Wir leben nicht mehr im Jahr 1980, wo quasi nur Männer Videospiele spielen. Wir haben auf einmal eine Spielercommunity, die nicht nur aus jugendlichen Jungen besteht. Es spielen viele Frauen. Ich kann den Frust schon verstehen, wenn immer das eigene Geschlecht als schwach, hilflos oder direkt als Sexobjekt dargestellt wird.

Bitte denkt darüber nach, wenn ihr das nächste Mal Prinzessin Peach rettet - oder besser noch BEVOR ihr euch das nächste Call of Duty kauft.


Bildquelle: playerattack.com/imagery/2010/03/TombRaider-LaraCroft.jpg

Written by naums on 02.09.2014

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