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Die Siedler II Die nächste Generation - Review: PC Review

Sorry, there is no translated version of this text in English

Die Siedler 2: die nächste Generation ist ein Remake des DOS-Klassikers Die Siedler 2. Das Original läuft unter DOS und wird von den meisten Windows-Version heutzutage nicht mehr unterstützt. Um den Klassiker dennoch zu spielen, benötigt man eine DOS-virtuelle Maschine, wie zum Beispiel DosBox, was unter Windows, Linux und Mac problemlos läuft. BlueByte wollte aber die alten Zeiten in neuer Grafik aufleben lassen und präsentiert nun das Remake. Doch wie gut ist das alte Spiel in 3D-Grafik wirklich?

Die Siedler 2: die nächste Generation ist wie die Vorlage gestrickt. Ihr könnt nicht einfach frei darauf losbauen, wie es in den späteren Teilen der Serie war, sondern ihr habt nur bestimmte Plätze, wo ihr vordefiniert große Gebäude bauen könnt. Es gibt drei Größen: klein, mittel und groß. Zu den kleinen Gebäuden zählen Fischerhütten, Holzfäller-, Steinmetz- oder Forsthütten. Aber auch Barracken, die ihr benötigt um euer Land und damit euer Einflussbereich zu erweitern. Habt ihr einen Gebäudeplatz, wo nur ein kleines Gebäude gebaut werden kann, dann ist das so - ihr könnt dort kein größeres Gebäude bauen. Im Gegensatz zu einem großen Platz, wo ihr auch ein kleines Gebäude platzieren dürft.

Eure Siedler suchen sich außerdem nicht einfach irgendeinen eigenen Weg, wo sie Rohstoffe und Waren transportieren, sondern ihr müsst Wege bauen, auf denen die Waren transportiert werden. Die Wege beginnen und enden bei einer Flagge. Ihr könnt auch Flaggen zwischendrin setzen. Zwischen zwei Flaggen steht jeweils ein Träger (und später zusätzlich auch ein Esel), der eure Waren von der ersten Flagge zur zweiten trägt. Dann übernimmt der nächste Träger. Der letzte Träger schafft die Ware direkt ins Gebäude.

Barracken werden von Soldaten automatisch besetzt. Wenn ein Gegner euch, bzw. ihr einen Gegner angreift, dann greift er eigentlich nur eine Barracke an. Sind alle eure Soldaten aus der Barracke gefallen gefallen (bzw. die des Gegners) geht ein Soldat des Gegners in die Barracke und nimmt euch euer Land weg (bzw. umgedreht, wenn ihr angegriffen habt). Es gibt nur die Möglichkeit den Soldaten indirekt zu sagen, wie die Barracken besetzt werden sollen, aber keine direkte Möglichkeit einzelne Soldaten zu befehligen.

Das Spiel beginnt mit einem Hauptquartier. Nun geht es zuerst darum Holzfäller, Förster und Sägewerk, sowie einen Steinmetz zu errichten. Nachdem ihr also eure Grundsicherum an Rohstoffen um euer Hauptquartier gebaut habt, könnt ihr weiterarbeiten und daran denken euer Land zu vergrößern. Später solltet ihr Getreidefarmen und Mühlen und Bäcker, sowie Fischerhütten bauen (und auch Schweinezüchter), denn eure Minenarbeiter wollen etwas zu essen haben. Dann und nur dann bauen die Minen Kohle, Eisen oder Gold ab. Mit dem gewonnenen Eisen und der Kohle lassen sich Werkzeuge oder Waffen herstellen und mit Bier (aus der Brauerei) könnt ihr neue Soldaten rekrutieren.

Leider gibt es dann nicht mehr viel zu tun. Sobald ihr einmal einen halbwegs funktionierenden Warenkreislauf habt, wird das Spiel fast schon langweilig. Dann breitet ihr euch nämlich in Windeseile aus (auch dank der Tatsache, dass ihr das Spieltempo um bis auf das 3x erhöhen könnt) und schlagt eure Schlachten erfolgreich. Das Konzept mit den Wegen wirkt hier aber durchaus sehr alt und sehr in die Jahre gekommen, so was es bei Die Siedler 2 zwar schon immer so, aber ich glaube, dass die damaligen Entwickler das so eingebaut haben, weil ein freies Bauen nicht denkbar oder möglich war oder viel zu viel Aufwand bedurft hätte. Hier ist dann aber klar zu sehen, dass das Wegekonzept, was hier verwendet wird, das Spieltempo stark ausbremst und zu einer Art Flaschenhals werden. Daher haben die Entwickler das Lagerhaus aus dem alten Teil übernommen. Wenn ihr merkt, dass der Warennachschub etwas dürftig wird, dann baut einfach eine funktionierende Warenkette auch vorn wieder hin und baut ein Lagerhaus, sodass die produzierten Rohstoffe sofort dort eingelagert werden und nicht erst zum Hauptquartier transportiert werden müssen.

Dennoch wirkt das Spiel für heutige Verhältnisse zu altbacken und zu restriktiv. So kam in mir oft der Wunsch auf mehr machen zu können, mehr beeinflussen zu können, eine direktere Kontrolle über das Spielgeschehen zu haben und mehr bauen zu können. Außerdem finde ich den hier angestoßenen Grafikstil unpassend. Die Siedler war noch nie ein in Realismus getränktes Spiel, aber dennoch muss das Spiel nicht so extrem nach Comic aussehen. Leider wurden viele Funktionen auch in Fenster oder Menüs gepackt oder auf der Tastatur versteckt. Es wäre nett gewesen die Tastatur zb. frei belegen zu können oder die gleichen Optionen auch über ein Menü oder Knopf zu haben.

Die Siedler 2: Die nächste Generation läuft problemlos auch unter Linux mit Wine in der Version 1.7. Einziger Nachteil ist, dass die Auflösung nicht durchs Menü beeinflusst werden kann, da sonst das Spiel abstürzt. Aber dennoch ist das Spiel unter Linux sehr gut spielbar.
Rating:
Mixed Bag
Mixed Bag
Text written on 26.02.2014
Fazit von naums:
Die Siedler 2: Die nächste Generation ist ein seltsamer Titel. Einerseits will das Spiel die alten Zeiten von Die Siedler 2 wiederaufleben lassen, andererseits bombardiert es mich mit diesem komischen Grafikstil. Auch der Soundtrack begeistert mich wenig - da würde ich lieber das MIDI-Gedudel wieder hören. Irgendwie schafft es das Spiel, dass ich mir wünsche den DOS-Klassiker zu spielen, dabei macht es so vieles sehr richtig. Die Wirtschaft funktioniert wie immer gut, das Aufbauen größerer Siedlungen macht Spaß und sieht dabei durchaus gut aus und dank dem (etwas seltsamen) Kameramodus, wenn ich die rechte Maustaste aktiviere (dann kann ich die Kamera quasi frei drehen) lassen sich sehr schöne Screenshots anlegen.

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