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Call of Duty WWII - Review: Singleplayer Review

Sorry, there is no translated version of this text in English

Call of Duty World War 2 ist der aktuell neueste Teil der Call of Duty Serie und kehrt nun an die Wurzeln der Serie zurück - nämlich in den zweiten Weltkrieg. Das Spiel fühlt sich zu einem großen Teil so an, als hätten sich die Entwickler Call of Duty Finest Hour angeschaut und festgestellt "das wollen wir auch", aber wollten auch unbedingt noch eine sinnlose Rahmenhandlung mit einbringen. Der nunmehr 13. Teil der Call of Duty Serie kehrt also nach vielen Jahren Abstinenz an die Westfront zurück und beginnt mit der Landung in der Normandie, zum D-Day. Weiter kämpft ihr euch mit euren Leuten, die euer Charakter bereits zur Grundausbildung kennengelernt hat, durch fast ganz Europa. Das Spiel endet ihr Remagen an der einzig intakten Brücke über den Rhein, die ihr befreien könnt, bevor die Nazis sie in die Luft sprengen.

Tatsächlich stört mich das. Tatsächlich stört mich zum Einen, dass das Spiel nicht alle Fronten zeigt, nicht den Krieg quasi von Anfang an zeigt, und mich stört, dass das Spiel mich eben auch nicht Berlin erobern lässt, sondern eben wieder nur bis Remagen, wie in Finest Hour. Das wirklich interessante ist, dass Finest Hour im letzten Level, in Remagen, einen deutlichen besseren Job gemacht hat. Es hat bedeutend mehr gezeigt, denn ihr habt euch mit eurem Trupp nicht nur einmal über die Brücke gekämpft, sondern eben erstmal die Deutschen in Remagen erledigt. Euer Trupp bestand damals zwar auch namenhaften Soldaten, aber eine nähere Bindung habt ihr nie mit denen aufgebaut, weil das halt einfache NPCs waren.

In WW2 ist das anders. Zugegebenerweise interessiert mich das echt überhaupt nicht - ich verstehe nicht so recht, warum man in einem WW2-Spiel unbedingt eine Rahmenhandlung braucht und dann noch eine so lächerliche? Warum muss mein Charakter nun unbedingt eine Frau zuhause haben, warum will mir das Spiel aufdrücken um einen Kameraden zu trauern, wenn links und rechts so unendlich viele von meinen befreundeten Soldaten fallen und warum um alles in der Welt diese alberne Geschichte um die Vergangenheit von Daniels und seinem Bruder Paul? Ich mein Call of Duty ist eben kein Valiant Hearts. Ich kaufe euch einfach nicht ab, dass es mich hier interessieren soll, dass jemand stirbt, während ich auf der anderen Seite ebenfalls Söhne von Müttern, Männer von Frauen und Väter von Kindern erschieße.

Sei es drum. Call of Duty macht in seinen elf Kapiteln eine Menge her und fährt serientypisch viel Bombast auf, um die Kampagne wieder mit größtmöglichem Feuerwerk über die Bühne zu bringen. Serientypisch explodiert alles und zwar immer und viel zu viele Dinge krachen, explodieren oder fliegen ins Gesicht eures Charakters. Da hätten wie unter anderem eine Kirchturmglocke, während der Kirchturm in sich zusammen fällt, aber auch Raketen von feindlichen Raktenwerfern, Mörser, Bäume und so viel mehr - dass das eigentlich schon fast lächerlich ist, dass Daniels immer noch lebt. Aber okay, nehmen wir das mal so hin. Wie immer ist die eigentliche Shooter-Action auch sehr kompetent umgesetzt. Das Spiel steuert sich sehr gut, die Waffen fühlen sich hinreichend präzise und hinreichend tödlich an. Einige der Schießeisen verziehen aber sehr, größere Probleme mit dem Rückstoß von Waffen habe ich aber im Prinzip nicht gehabt.

In WW2 entdecken wir aber nur Waffen, die entweder von den Invasoren benutzt worden sind, also bspw. die M1 Garand, die Springfield, die Thompson oder BAR und Waffen die von den Deutschen benutzt worden sind, namentlich u.A. die Kar98, MP40, Waffe 28, STG44 oder die FG42. Außerdem findet ihr an einigen Stellen im Spiel auch Flammenwerfer, die von einem Feind fallen gelassen worden sind, sodass ihr die feindlichen Stellungen in Flammen aufgehen lassen könnt. Interessanterweise - also vor allem vor dem Hintergrund, dass die alten Call of Dutys, sowie die alten Medal of Honor-Spiele voll davon waren - müsst ihr hier recht selten Flakgeschütze sprengen, dann schon eher bemannen um die feindlichen Stukas vom Himmel zu holen.

Und soweit macht das Spiel auch noch ganz gut Spaß - der eigentliche Shooter-Anteil ist richtig gut, ihr erledigt Deutsche am Stand, wenn ihr auch nur sehr kurz diesen Hintergrund habt, dann in Wäldern, in Gräben, im Winter, auf der Brücke, in einem Stützpunkt der Deutschen, ihr erobert einen Hügel, das ist an sich schon ziemlich cool. Leider haben es sich die Entwickler nicht nehmen lassen Abwechslung in das Spiel bringen zu wollen, also vor allem Abwechslung im Sinne einer Schleichmission.

Ihr erobert also Aachen. Die Mission beginnt mitten im Gefecht, vor allem steht euer Truppe bereits mitten in Aachen und zieht sich auf den Theaterplatz zurück, wo ihr ins Kreuzfeuer geratet und schnell Panzerunterstützung ruft. Das Spiel wechselt nun zu den Panzern und ihr fahrt durch die größtenteils zerstörte Stadt, erledigt die obligatorischen Panzershreck-Schützen, die schön aufgereiht am Wegesrand oder in den Gebäuden stehen, damit ihr die da gut treffen und erledigen könnt. Nun tauchen auf einmal ein, danach direkt zwei Panzer der Deutschen auf, kurz bevor ihr zum Theaterplatz gelangt. Die könnt ihr aber nicht von vorn zerstören, weil die Panzerung zu stark ist und eure Patronen abprallt. Also müsst ihr die Panzer flankieren, die sich übrigens dümmer anstellen, als die Polizei erlaubt, aber okay. Ihr flankiert die Panzer also, und hämmert eure Patronen auf die Seiten oder hinten rein, und zerstört die Panzer. Dann sichert ihr mit eurem Panzer den Theaterplatz.

Nun laufen die Infanteristen - ihr spielt nun wieder Daniels - weiter durch die Stadt zum Hotel um es zu sichern. Nach dem Kampf durch ein paar Häser kommt ihr am Hotel an. Das Hotel sichert ihr indem ihr die unteren zwei Etagen sichert (ich weiß ja auch nicht :/). Nun findet ihr im Keller einige Zivilisten, die sich offenbar im Keller versteckt haben, während die Deutschen oben alles aufgebaut haben. Im Übrigen gibt es für den Keller genau einen Zugang. Ihr entscheidet die Zivilisten in einen Lastwagen zu verpacken, sodass die versuchen können aus der Stadt zu fliehen. Aber ein kleines Mädchen versteckt sich im Keller. Ihr sollt sie holen, aber ja, aber nein, aber nun doch, also zieht ihr los das Mädchen zu holen. Dummerweise ist im Keller irgendwie wieder in Deutscher gespawnt, den ihr im Faustkampf erledigen müsst, weil ihr in der Videosequenz eine Waffe verliert, was bedeutet ihr verliert alle eure Waffen. Ihr sammelt das Mädchen auf und müsst nun an einer Schaar von deutschen Soldaten vorbei schleichen.

Oben angekommen spawnen Deutsche vor einer Tür, die zuh ist und nicht geöffnet werden kann. Die Deutschen werden nun angegriffen - von wem? Weiß der Geier, weil eure Freunde stehen immer noch ganz gechillt um den Lastwagen, der in der Einfahrt zum Hotel geparkt ist. Ja, genau so habe ich auch geschaut. Werdet ihr in der ganzen Zeit im Keller oder auch oben von einem Deutschen gesehen, heißt es sich ergeben und zum letzten Kontrollpunkt. Lasst mich sagen, dass WW2 nicht dafür ausgelegt ist ein Schleichlevel zu haben, so viel steht fest.

Machen wir uns einfach mal bewusst, was hier für ein Unsinn passiert. Nicht nur taucht in einem einmal gesicherten Hotel wieder ein Deutscher auf, sondern die spawnen zu Hauf in Türen, die nicht auf gehen. Ihr rennt einem kleinen Mädchen hinterher, was offenbar nicht gerettet werden will und natürlich fällt das der größeren Schwester erst auf, wenn sie quasi schon einen Fuß im Lastwagen hat, dass sie die kleine Schwester verloren hat. Die ganze Nummer ist so unglaubwürdig - mal abgesehen von den ganzen Over-The-Top-Momenten vorher und nachher in der Kampagne, wo ihr alleine mit einer Pistole tausende Deutsche erledigt - die sind vom Tisch. Die eine Stelle finde ich so dämlich, dass ich an der Stelle echt unglaublich genervt war, dass ich nun überhaupt die Kleine retten muss, und mich dann noch vor den Feinden verstecken? Pah!

Ich habe das Gefühl, dass euch WW2 deutlich häufer an das Zielfernrohr eines Scharfschützengewehrs setzt, was ich sehr gut finde. Ich finde Sniper-Gewehre deutlich besser, weil die Gegner dann wenigstens umfallen, wenn ich sie treffe - das finde ich gut, jedenfalls besser als wenn sie es nicht tun. Eine Neuerung in WW2 ist übrigens, dass eure Kameraden euch bestimmte Dinge geben, wenn ihr genügend Gegner ausgeschalten habt. Zussman bspw. gibt euch Medikits, wenn ihr ihn danach fragt. Irgendwie interessant, dass man ein Spiel dafür loben muss und das als größte Neuerung hevorheben muss. Besonders interessant übrigens finde ich, dass das Spiel wieder auf die Gesundheitsleiste und Medikits zurückgegangen ist. Die Medikits nehme ich aber eher unbewusst auf, und wundere mich dann ständig, warum ich keine mehr habe, oder woher ich auf einmal wieder die Maximalzahl habe. Auch stört mich, dass das anbringen der Medikits eine Weile dauert, d.h. ihr erhaltet nicht sofort eure Gesundheit zurück, sondern Daniels braucht eine Weile um sie anzuwenden.

SPOILER
WW2 bringt ständig die Hintergrundstory von Daniels wieder hervor. Ständig taucht die Geschichte auf, dass sein Bruder Paul von Wölfen angefallen worden ist, und er nicht in der Lage war mit einer Waffe auf den Wolf zu schießen um seinen Bruder zu retten, aber glücklicherweise hatte er ein Messer um den Wolf zu erledigen. Im gesamten Spiel redet Daniels von seinem Bruder und schreibt ihm sogar. Das Problem was ich damit habe ist, dass sein Bruder gestorben ist. Am Ende des Spiel erfahren wir, dass sein Bruder bereits vor dem Krieg gestorben ist, wahrscheinlich an den Wunden, die ihm der Wolf beibrachte. Das macht die gesamte Motivation für den Charakter kaputt und fühlt sich an, als hätten die Entwickler in der letzten Minute diese Wendung einbauen müssen.

Auch recht dämlich finde ich, dass Zussman, einer der Kumpanen von Daniels in der zehnten von elf Missionen von Deutschen gefangen genommen wird, und Daniels schafft es nicht ihn direkt zu retten. Die elfte Mission ist die Brücke von Remagen - wem fällt hier ein Problem auf? Genau, Zussman. Wie und wann wir der nun gerettet (oder auch nicht)? Naja, es gibt noch einen Epilog, der dafür genutzt wird Zussman zu retten. Yeah. Eine letzte Sequenz, die keinen echten Zusammenhang hat, wo ihr einfach mal üebr die Front hinweg über einige hundert Kilometer vorstoßt um einen Kameraden zu retten. Auch hier denke ich, dass die Wendung kurz vor Schluss Eingang ins Spiel gefunden hat, oder die Entwickler hatten eigentlich mehr damit vor, sind aber nicht mehr fertig geworden. Oder sie wollen ein Singleplayer AddOn rausbringen. Die Geschichte seiner Rettung hätte auch etwas werden können, aber dafür müsste man der gesamten Thematik der Konzentrationslager in einem Call of Duty ordentlich Rechnung tragen. Das sehe ich hier aktuell und auch in Zukunft eher nicht.
SPOILER ENDE


Grafisch wirkt Call of Duty eher auf der realistischen Seite, aber dennoch sieht das Spiel nicht unbedingt gut aus. Das Spiel ist recht dunkel und recht kontrastreich, aber das reicht halt leider nicht um gut auszusehen. Die ganzen Effekte und Leuchteffekte der gegnerischen Geschosse sind von Battlefield One geklaut, zugegebenerweise wie das gesamte Setting im zweiten WK. Insgesamt fehlt es hier und da an Detailgrad. Außerdem hat das Spiel leichte Ruckler drin, offenbar immer wenn ein neuer Abschnitt geladen wird, die ziemlich nerven können. Der Soundtrack ist wieder sehr ordentlich und sehr episch geworden. Die Geräusche sind wieder immer recht okay, ebenso wie die deutsche Synchronisation. Größere Übersetzungsfehler habe ich nicht gefunden.
Rating:
Mixed Bag
Mixed Bag
Text written on 12.01.2018
Fazit von naums:
Call of Duty World War 2 ist ein recht guter Shooter im zweiten Weltkrieg. Der eigentliche Shooteranteil ist gewohnt hervorragend, leider mangelt es dem Spiel an so vielen anderen Stellen. Die Story der Kampagne ist vollkommen lächerlich und an manchen Stellen macht das Spiel auch einfach keinen Spaß. Die größten Neuerung sind, dass eure Kameraden euch unterstützen indem ihr sie anweisen könnt, euch Zeug zu geben, wie Munition, Granaten oder Medikits. Auch das Medikit-System wirkt altbacken und, dass ihr einiges an Zeit braucht bis ihr ein Medikit angewandt habt stört auch etwas. Einige der Designentscheidungen wie bspw. die Aachen-Mission sind sehr fragwürdig. Hinzu kommen die Story-Schwächen, die im Spoiler stehen.

Insgesamt kann ich WW2 nur sehr bedingt empfehlen. Wie gesagt, die Waffen und der Shooter-Anteil macht einiges an Spaß, dann kommen aber wieder völlig spaßbefreite Stellen und dann nimmt sich das Spiel mit seiner lächerlichen Story wieder viel zu ernst. Schade eigentlich. Hier hätte WW2 von den Anfängen der Serie lernen können oder eine gescheite Rekonstruktion des zweiten Weltkriegs vornehmen können - beides würde nicht gemacht. Bei der Kampagne sehr ihr übrigens nach etwa 6 Stunden den Abspann.

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