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Harry Potter und der Stein der Weisen - Retro: Gameboy Color Review

Sorry, there is no translated version of this text in English

Harry Potter und der Stein der Weisen auf dem Gameboy Color ist der Vorgänger von HP und die Kammer des Schreckens in jeder Bedeutung des Wortes. Das Spiel ist, wie der Nachfolger, eine Art Rollenspiel im Stil von Final Fantasy. Ihr sammelt Erfahrungspunkte in Zaubererkämpfen mit wilden Ungeheuern, Monstern und anderem Viehzeug. Die Gegner werden immer schwieriger und schwieriger, ihr werdet stärker, kleidet euch in besseren und teureren Gewändern, die euch immer besser und besser schützen.

Das Spiel spielt die Ereignisse aus dem ersten Buch bzw. Film recht akkurat nach, ihr werdet also mit dem Zug nach Hogwarts fahren, und dort die Geheimnisse des Stein der Weisen lüften. Der interessante Teil ist dabei, dass die Entwickler es tatsächlich geschafft haben, aus der Lizenz ein Rollenspie a la Final Fantasy zu machen. In den Kämpfen, in denen ihr in diesem Spiel nur allein als Harry kämpfen könnt, steht ihr gegen bis zu drei Feinden, die entweder Monster oder Tiere sein können oder Menschen, also andere Zauberer. Den größten Teil des Spiels werdet ihr damit verbringen Monster zu verzaubern. Dafür stehen euch zunächst drei Zauber zur Verfügung: Flipendo, Vermillious, Verdimillious. Flipendo kostet euch keine Magie-Punkte, die anderen beiden aber schon. So wird es zur Taktiksache ob ihr Magiepunkte für diesen bestimmten Gegner ausgeben wollt, wohl wissend, dass später eventuell ein Gegner kommt, der gegen Flipendo immun ist (und daher nur einen einzelnen Punkt Schaden nimmt).

Jeder Gegner hat seine eigenen Attribute, er zieht euch eine bestimmte Anzahl an Punkten, die immer etwas variieren, und jeder Gegner kann gegen bestimmte Zauber immun sein. Ihr lernt später auch noch weitere Zauber - zum Einen werdet ihr durch Anwenden der Zauber weitere Verbesserungsstufen freischalten, die dann mehr Schaden anrichten, aber auch mehr Magiepunkte kosten. Zum Anderen erlernt ihr weitere Zauber, die komplett unterschiedlich sind, wie beispielsweise Incendio oder Wingardium Leviosa. Ob die Zauber Schaden machen gegenüber einem bestimmten Gegner, müsst ihr dann selbst herausfinden. Wingardium Leviosa fügt schweren Gegnern bspw. keinen Schaden zu, wohingegen er gegen kleine und leichte Gegner zerschmetternd wirken kann. Außerdem lernt ihr eventuell andere Zauber wie den Giftzauber oder den Zauber, der die Gegner kurz erstarren lässt. Allerdings könnt ihr diese Zauber offenbar verpassen, wie ich schmerzlich erfahren musste.

Besonders den Giftzauber werdet ihr gegen den Bossgegner benötigen, weil der bei quasi nichts, außer Flipendo und den Giftzauber, überhaupt Schaden nimmt. Wenn ihr den Giftzauber aber jetzt verpasst habt, habt ihr quasi keine Chance mehr, den Bossgegner überhaupt zu schlagen. Ich habe an der Stelle auch aufgegeben, weil ich schon einige Stunden gelevelt habe, um überhaupt dort hin zu kommen. Generell scheinen die Gegner im Spiel zu stark zu sein, bzw. schlecht balanciert zu sein. Ihr kommt in Hogwarts an, kämpft euch durch drei Etagen Kerker und sterbt dabei zehn mal - hier stimmt doch irgendwas nicht. Noch viel schlimmer ist es, wenn ihr nachts in Hogwarts unterwegs seid, weil dann im Schloss verdammt starke Gegner sind, die euch schnell erledigen können. Dann landet ihr entweder im vierten Stock im Krankenflügel oder am Anfang eurer aktuellen Quest. Aber euch stehen nicht nur Zauber in den Kämpfen zur Verfügung, sondern auch Kartenkombinationen, die Harry wirken kann um den bestimmte Effekte zu erzielen. Außerdem könnt ihr in den Kämpfen auch Tränke schlürfen um eure Durchhaltepunkte oder Magiepunkte aufzubessern.

Es gibt auch zum Nachfolger einige Änderungen, bspw. hat es das Hauspunkt-System in dieses Spiel geschafft - im Nachfolger sind die aber komplett egal. Zugegebenerweise sind die Hauspunkte in allen folgenden Harry Potter Teilen absolut irrelevant geworden. In diesem Teil gibt es nachts auch Lehrer, die im Gang stehen und euch entdecken können. Wann genau das passiert, weiß ich allerdings nicht, weil ich mehrfach quasi vor deren Nase entlanggelaufen bin, und sie mich nicht gesehen haben. Entdecken sie euch dann aber, verliert ihr ein paar Hauspunkte und startet die Quest von neuem. Die Story des Spiels ist streng linear erzählt, d.h. ihr habt zu keinem Zeitpunkt die Wahl, welche Quest ihr als nächstes macht, sondern die Story entfaltet sich linear ohne eure Auswahl, was ihr machen wollt. Das ist einerseits ok, andererseits wäre es schön gewesen, wenn mir das Spiel ab und an auch sagt, was ich zu tun habe.

Zwar steht im Pausenbildschirm eure aktuelle Quest, aber die hilft euch selten wirklich weiter. Seid ihr bspw. schon aus der Bibliothek gelohen, aber da steht immer noch "flieht aus der Bibliothek", dann ist das zwar schön, bringt mir aber rein gar nichts. Ohne die Story des Vorbild zu kennen, ist das Spiel also nur schwer spielbar. Im Spiel könnt ihr euch mithilfe von Zaubertrankrezepten und den Zutaten Zaubertränke selbst brauen. Im Zaubertrankunterricht schickt euch Snape aber erst mal weg, einige Zutaten zu holen. Hagrid hilft euch dabei und erzählt euch, wo ihr schauen könnt, um die Zutaten zu finden. Diese Hinweise schreibt sich Harry aber nirgends auf, denn dann könnte man ja nachvollziehen was Hagrid gesagt hat, z.B. dann, wenn man das Spiel eine Weile liegen lässt oder man den Redebeitrag von Hagrid nicht genau gelesen hat. Die Zaubersprüche sind im Kampf übrigens in einer langen Liste angeordnet, nicht wie im Nachfolger durch Bilder symbolisiert. Das heißt ihr müsst die Liste komplett runterscrollen, wenn ihr den untersten Zauber haben wollt. Schneller geht das aber durch Drücken von rechts auf dem D-Pad, dann scrollt das Spiel direkt eine gesamte Seite.

Neben den erzählerischen und spielerischen Schwächen hat das Spiel aber auch noch Probleme technischer Natur. Zum einen bauen sich die Kampfszenen sehr langsam auf, und das Spiel ist sichtlich überfordert gleichzeitig den Verwischeffekt auszuführen und Musik abzuspielen. Auch überdecken sich Soundeffekte, was aber am Gameboy eigentlich normal ist. Die Untergründe im Spiel sehen aus, als hätten da viele viele Schüler hingekotzt, vor allem in Hogwarts sind die Böden sehr farbenfroh. Außerdem ist das Spiel in der Nacht unglaublich dunkel - so dunkel sogar, dass ich das Spiel auf meinem Gameboy Advance SP kaum spielen kann, weil ich weder meine Gegner im Kampfbildschirm, noch Harry beim umherirren in Hogwarts sehe. Hogwarts ist im Spiel deutlich größer als im Nachfolger, es gibt mehr Räume, es gibt mehr Geheimgänge, von einer Etage zu einer anderen. Außerdem gibt es an den großen Hallen in den Etagen noch weitere abzweigende Flure. Leider ist das eher ein Nachteil, weil das das navigieren in Hogwarts richtig schwer macht. Außerdem sucht ihr euch - wenn ihr den Nachfolger kennt - dumm und dämlich nach Räumen usw. Bspw. habe ich ewig gesucht, bis ich den Laden der Weasleys gefunden habe.

Der Sound das Spiels ist sehr durchwachsen. Einige Tracks erinnern stark an den Nachfolger, nur dass sie etwas schwächer oder kürzer sind, andere Tracks klingen richtig und auch die Bässe kommen richtig gut, wieder andere Tracks - wie bspw. der, der an Hagrids Hütte gespielt wird - klingen einfach nur schrecklich, und man will den Sound komplett ausschalten, wenn man diese Songs hören muss. Das wäre aber ziemlich schade, weil es durchaus einige nette Musikstücke im Spiel gibt. Allerdings klingt die Musik im Nachfolger deutlich, deutlich besser.
Rating:
Mixed Bag
Mixed Bag
Text written on 25.11.2016
Fazit von naums:
Harry Potter und der Stein der Weisen ist sicherlich kein schlechtes Spiel auf dem Gameboy Color. Die Rollenspielkomponente ist sicherlich erwähnenswert und der Versuch lobenswert. Dennoch hat das Spiel einige Mängel gegenüber dem Nachfolger und generell gegenüber anderen Spielen. Die Spielbarkeit des Spiels ist vermindert, weil euch das Spiel Informationen bewusst vorenthält und das Interface ziemlich schlecht bedienbar gestaltet ist. Außerdem ist das Spiel nachts viel zu dunkel. Dennoch kann man eine Menge Spaß mit dem Spiel haben. Ich habe etwa neun bis zehn Stunden bis zum Bosskampf gebraucht. Dennoch bleibt das Spiel hinter dem Nachfolger deutlich zurück.

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