<< Zurück zur Spieleseite

PS4 Review

Review auf Playstation 4

Infinite Warfare ist der nunmehr 13. Teil der Call of Duty Serie, die ihre Anfänge im zweiten Weltkrieg (damals übrigens aus Medal of Honor hervorgegangen), später in die Moderne entglitt und nun in der Zukunft im Weltraum spielt. Infinite Warfare, was einen Untertitel hat, der in etwa so innovativ ist, wie die Sprüche von Dieter Bohlen, kann dabei aber einiges gut machen, denn das Spiel sieht ziemlich gut aus, und macht eine Menge Spaß. Ich beziehe mich in diesem Text übrigens auf den Einzelspielerteil des Spiels, also die etwa 5 bis 6 Stunden lange Kampagne (und das, wenn man alle Nebenaufgaben macht) und den Zombie-Modus, den man im Splitscreen mit Freunden spielen kann.

Das Spiel beginnt mir einer Sequenz von Wolf und seinem Team, die eine Anlage untersuchen soll, die vor kurzem von dem sogenannten Settlement Defense Front (SDF) angegriffen worden ist. Die Gegner marschieren also mit schwerem Gerät, Robotern und noch größeren Robotern auf, und versuchen euch daran zu hindern weiter zu kommen. Ihr zündet eine Art Superwaffe und erwacht mit geringen Sauerstoffvorräten wieder auf der Eisoberfläche. Die SDF findet euch schnell und befragt euch, kurz bevor sie eurem Team den Rest gebt. Die Soldaten trugen offenbar Kameras, denn die Aufzeichnungen werden analysiert und ihr bereitet euch als Rayes auf etwas vor. Aber erst muss eine Festwoche gefeiert werden, wo die Erde offenbar im Ganzen die Luftwaffe bestaunt. Euer Schiff wird von einer von euren Waffen beschossen und nun kämpft ihr euch in Genf durch die feindlichen Linien und versucht herauszufinden, was los ist.

Später kommt ihr in den Weltraumkampf mit eurem Jackal und schießt ein paar Bösewichte vom Himmel, kurz bevor die Retribution quasi in Stücke geschossen wird. Viele Männer so auch der Kapitän des Schiffs verlieren das Leben, was Rayes zum neuen Captain macht. Ihr habt nun von der Brücke aus die Wahl welche Missionen ihr nun erledigen wollt. Die Hauptstory ist extrem kurz und besteht auf fünf Missionen, dafür gibt es einiges an Nebenaufgaben zu erledigen. Ihr könnt in Weltraumschlächten teilnehmen und die Gegner aus dem Weltraum schießen oder gegnerische Schiffe angreifen und bestimmte Waffen stehlen. Das macht ganz gut Spaß und lockert das Spiel etwas auf. Außerdem verlängert es die Kampagne, die übrigens unglaublich kurz ist.

Ansonsten wird viel bekanntes geboten, viele Waffen, die ziemlich cool sind und die ihr pro Mission selbst ausstatten könnt mit zusätzlichen Visieren, Griffen oder ähnlichem. Die Waffen unterscheiden sich dabei in Energiewaffen, die besonders gegen die Roboter gut geeignet sind, und normale ballistische Waffen, die gegen die feindlichen Soldaten eingesetzt werden sollten. Ansonsten wird übliche Kost angeboten, LMGs, SMGs, Schrotflinten und so Zeugs. Die Sekundärgranten haben die Auswahl einer Hackfähigkeit, sodass ihr einen feindlichen Roboter übernehmen könnt und so eure Feinde dezimiert mit dessen Waffe bevor ihr den Roboter in die Selbstzerstörung treibt. Das macht eine Menge Spaß und ist ziemlich cool. Weiter könnt ihr die Waffen eures Jackals modifizieren, also die kleinere und die größere Waffe sowie einen Buff entweder für die Waffen, die Panzerung oder die Beschleunigung des Fliegers.

Die Story des Spiels dreht sich um den Konflikt zwischen der SDF und des Militärs der Erde, aber auch darum, dass Rayes der Commander der Retribution ist und ob er diese Position ausfüllen kann. Ein Commander muss auch Männer zurücklassen können, bla. Etwas Gutes hat es aber doch: ihr werdet von euren Kameraden nicht mehr als der Dumme behandelt, wie noch in einigen Vorgängerteilen, sondern als Anführer. Das ist schon ziemlich cool. Befehle könnt ihr euren Soldaten aber dennoch nicht selbst geben. Welche Leute ihr auf eine Mission mitnehmt steht fest (und ja, Rayes will unbedingt bei den Bodenmissionen dabei sein), und auch im Kampf könnt ihr eure Leute nicht kommandieren, sondern sie verhalten sich von sich aus schon hinreichend intelligent, oder geben sich jedenfalls größte Mühe. Gegen die KI-Gegner machen eure Schergen aber dennoch nur wenig, was ziemlich schade ist.

Die Umgebungen sind sehr detailliert gestaltet, kommen mir aber ziemlich bekannt vor. Einige Kontrollräume scheinen mir als wären sie aus einem Vorgängerspiel übernommen - aber irgendwann verschwimmen wohl auch die Grenzen zwischen Spielen. Entwickler können nur begrenzt oft etwas Neues bieten, bevor sich Szenerieelemente zu anderen Spielen ähneln, besonders dann, wenn die Spiele keinen eigenen Grafikstil vorweisen, sondern "realistisch" wirken wollen. Der Sound der Waffen ist auch endlich ziemlich gut, ist aber immer noch vor allem im Bass weit hinter dem Klang der Waffen aus Battlefield zurück. Bei der Hintergrundmusik ist einiges Schönes dabei, aber nicht alle Stücke sind sonderlich einprägsam. Die Steuerung des Spiels klappt wie gewohnt super - und das Spiel spielt sich butterweich. Auch in Infinite Warfare könnt ihr mit eurem Booster zusätzlichen Schub im Sprung bekommen oder euch vor dem Falltod befahren, oder an Wänden entlanglaufen.

Dennoch sind einige der Level recht einprägsam, zum Beispiel wenn ihr auf einem Meteoriden landet, der sich extrem schnell und extrem nah an der Sonne dreht, d.h. ihr verbrennt, wenn ihr ins Sonnenlicht geht. Wartet also etwas, bis wieder für kurze Zeit Nacht ist, und lauft dann zum nächsten Gebäude um nicht im Sonnenlicht gebacken zu werden. Das finde ich wirklich cool und zeigt eben nochmal, dass die Entwickler durchaus alte Ideen neu umsetzen können. An sich ist das ja nichts anderes als "weiche dem Scheinwerfer aus", oder bleib unentdeckt - so lange stehen bleiben bis irgendwas passiert. Der drehende Meteorid ist aber dennoch eine jedenfalls für mich neue Idee.

Der Zombiemodus ist ebenfalls ziemlich cool. Ihr spielt den Modus entweder alleine, mit einem Freund im Splitscreen oder Online. Die einzige mitgelieferte Karte ist eine Art Space-Karneval. Die Waffen liegen wie gewohnt an bestimmten Stellen aus, wo ihr sie euch für Geld kaufen könnt. Geld erhaltet ihr wenn ihr Zombies erledigt oder Barrikaden wieder aufbaut. In der Karte gibt es viele Nebenziele, wie beispielsweise dem Roboter einen Kopf wieder zu bringen. Weiter gibt es viele Token, die ihr einsammeln könnt, oder Modifier, wie bspw. Instakill oder unbegrenzte Granaten für eine gewisse Zeit. Der Zombiemodus macht eine Menge Spaß und sollte definitiv mal ausprobiert werden. Wenn ihr alleine spielt und sterbt, gelangt ihr eine Videospiel-Arcade, wo ihr alte Activision Spiele spielen könnt. Habt ihr davon genügend gespielt oder genügend Punkte gesammelt könnt ihr durch ein Portal zurück in das Reich der lebenden Toten und weiter Zombies erledigen.

Bewertung:
Empfohlen
Empfohlen
Text von 2017-12-28 00:58:51+01:00
Fazit:
Call of Duty Infinite Warfare ist für mich ein guter Shooter. Die Steuerung geht butterweich von der Hand, wie man es von einem Call of Duty gewohnt ist. Die Story ist okay, wenn auch ein einfaches Gut-gegen-Böse, aber die Nebenmissionen lockern das Ganze etwas auf. Besonders die Weltraumkämpfe im Jackal haben es mir angetan und auch die Nebenmissionen, wo ihr Waffen aus anderen Raumschiffen stehlen müsst sind ziemlich cool. Der Zombiemodus verspricht zusätzlich einige Stunden Spaß. An Parkour kommt das Spiel zwar an Brink oder Titanfall nicht ran, aber an der Wand entlang laufen oder der Booster, der euch im Sprung weiteren Antrieb geben kann, sind nette Features, die eine willkommene Abwechslung zum regulären "moderne Kriegsführung"-Shooter bieten.